
Meist funktionieren WhatsApp-Anrufe ganz normal. Die großen Ausnahmen: die VAE, wo Anrufe über WhatsApp, FaceTime und Viber gesperrt sind, China, wo WhatsApp komplett blockiert ist, und Russland, das WhatsApp seit Februar 2026 sperrt. Iran und Turkmenistan sperren weit mehr. Saudi-Arabien und Sudan sperren WhatsApp-Anrufe, Katar Berichten zufolge auch, und in Ägypten ist die Lage uneinheitlich.
Für einen großen Teil der Welt ist WhatsApp der Draht nach Hause. Umso größer der Schreck, wenn sich der Anruf-Button im Hotelzimmer in Dubai oder im Taxi in Peking einfach nur dreht. Die gute Nachricht: Nachrichten kommen an den meisten Orten trotzdem durch, und in den allermeisten Ländern ist überhaupt nichts gesperrt. Der Haken ist eine kurze Liste von Ländern, die Internet-Telefonie einschränken, entweder um die Anrufeinnahmen der heimischen Telefongesellschaften zu schützen oder als Teil einer umfassenderen Zensur. Dieser Ratgeber zeigt, wo WhatsApp, FaceTime und andere Internetanrufe Stand Oktober 2026 gesperrt sind, was im jeweiligen Land noch funktioniert und wie du schon vor der Landung dafür sorgst, erreichbar zu bleiben. Die Regeln ändern sich, manchmal ganz ohne Ankündigung. Deshalb verlinken wir für jedes Land die Quellen und weisen darauf hin, wo sich Berichte widersprechen.
Dahinter stecken zwei Hauptgründe, und die führen zu ganz unterschiedlichen Sperren.
Deshalb gibt es auf die Frage „Funktioniert WhatsApp dort?“ an manchen Orten zwei Antworten: Nachrichten ja, Anrufe nein.
| Land | WhatsApp-Nachrichten | WhatsApp-Anrufe | FaceTime | Was stattdessen meist funktioniert |
|---|---|---|---|---|
| Vereinigte Arabische Emirate | Funktionieren | Gesperrt | Gesperrt | Zugelassene Apps wie Botim, Microsoft Teams, Zoom und Google Meet |
| China | Gesperrt | Gesperrt | Videoanrufe zu zweit klappen meist, Audio, Gruppenanrufe und Links nicht | |
| Russland | Seit Feb. 2026 gesperrt | Gesperrt | Seit Dez. 2025 gesperrt | Normale Telefonanrufe |
| Iran | Gesperrt | Gesperrt | Unzuverlässig | Normale Telefonanrufe; die meisten ausländischen Apps sind gesperrt |
| Turkmenistan | Gesperrt | Gesperrt | Unzuverlässig | Normale Telefonanrufe |
| Ägypten | Funktionieren | Eingeschränkt; klappen manchmal in einigen Netzen | Unklar | Normale Anrufe; Apps nach der Ankunft testen |
| Oman | Funktionieren | Klappen bei vielen seit Ende 2024, nicht offiziell bestätigt | Unklar | Nach der Ankunft testen |
| Katar | Funktionieren | 2019 wieder freigegeben, 2025 Berichten zufolge erneut gesperrt | Unklar | Nach der Ankunft testen |
| Sudan | Funktionieren | Seit Juli 2025 gesperrt | Unklar | Normale Telefonanrufe |
| Saudi-Arabien | Funktionieren | 2025 Berichten zufolge gesperrt | Funktioniert | FaceTime oder eine andere zugelassene App |
| Marokko | Funktionieren | Funktionieren seit Ende 2016 | Funktioniert | Kein Umweg nötig |
Die Tabelle deckt WhatsApp und FaceTime ab, die beiden Apps, nach denen Reisende am häufigsten fragen. Wo „unklar“ steht, haben wir keine verlässliche aktuelle Quelle gefunden, weder in die eine noch in die andere Richtung. Außerhalb dieser Liste funktionieren WhatsApp-Anrufe in der Regel.
In den VAE stoßen die meisten Reisenden zum ersten Mal auf das Problem. WhatsApp-Anrufe wurden dort kurz nach ihrer Einführung gesperrt (Sprachanrufe kamen 2015, Videoanrufe 2016), und dabei ist es geblieben. FaceTime- und Viber-Anrufe sind schon seit 2013 blockiert. WhatsApp-Nachrichten, Fotos und Sprachnachrichten funktionieren. Über eine Aufhebung der Sperre wurde zwar gesprochen, etwa in Äußerungen eines VAE-Regierungsvertreters 2019, geändert hat sich seitdem aber nichts.
Was funktioniert, ist eine Liste von Internet-Telefonie-Apps, die die Telekom-Regulierungsbehörde der VAE, die TDRA, zugelassen hat. Bis Februar 2024 war diese Liste auf 27 Apps angewachsen, darunter Microsoft Teams, Zoom, Google Meet und Webex, und auch Botim steht darauf. Prüf, ob die App, die du nutzen willst, über deine Verbindung funktioniert, bevor du sie wirklich brauchst. Für einen normalen Telefonanruf funktioniert deine Heimnummer weiterhin, sofern dein Tarif Roaming enthält. Anrufe nach Hause können aus den VAE im Roaming allerdings teuer werden.
Umgeh die Sperre in den VAE nicht mit einem VPN. VPNs an sich sind dort nicht illegal, aber wer damit nicht lizenzierte Telefoniedienste nutzt, begeht einen Rechtsverstoß. Das Gesetz gegen Cyberkriminalität (Bundesgesetzesdekret Nr. 34 von 2021) sieht Geldstrafen von bis zu 2 Millionen AED und Haft vor, wenn ein VPN genutzt wird, um eine Straftat zu begehen.
Mehr zu Daten, Abdeckung und Ankunft steht in unserem Ratgeber Verbunden bleiben in Dubai und den VAE.
In China läuft es anders: WhatsApp ist nicht nur für Anrufe gesperrt, die ganze App steckt hinter der Großen Firewall, zusammen mit Google, Telegram und Signal. Den Alltag regelt stattdessen WeChat, für Nachrichten, Anrufe und das Bezahlen von so gut wie allem. WeChat vor dem Abflug zu installieren und einzurichten ist das Nützlichste, was du tun kannst.
Auch VPNs schränkt China ein. Legal sind nur staatlich genehmigte Dienste, und im November 2025 warnte das Ministerium für Staatssicherheit öffentlich davor, mit VPNs „über die Mauer zu klettern“. Im Januar 2026 veröffentlichte China außerdem den Entwurf eines Gesetzes gegen Cyberkriminalität mit deutlich höheren Strafen für Umgehungswerkzeuge. Wie viele Daten du brauchst und was dort funktioniert und was nicht, erklärt unser China-Ratgeber.
Russland hat die Schrauben Schritt für Schritt angezogen:
Stattdessen drängt die Regierung auf einen staatlichen Messenger namens MAX. Musst du aus Russland in Kontakt bleiben, plane mit normalen Anrufen und SMS.
Diese beiden gehen weit über Anrufe hinaus. Iran hob seine WhatsApp-Sperre im Dezember 2024 offiziell auf, der Zugang blieb aber unzuverlässig. Im Januar 2026 folgte eine fast vollständige Abschaltung des Internets, Ende Februar begann als Kriegsmaßnahme ein zweiter Blackout. Ende Mai 2026 kehrte der internationale Zugang zurück, 88 Tage nach Beginn dieses zweiten Blackouts, doch WhatsApp, Telegram und Instagram bleiben gesperrt. Turkmenistan sperrt WhatsApp, Viber und die meisten sozialen Netzwerke und geht gezielt gegen VPNs vor. Rechne in beiden Ländern damit, dass Internet-Telefonie gar nicht funktioniert.
Bei diesen dreien ist eine klare Aussage am schwierigsten, weil offizielle Positionen und die Erfahrung vor Ort nicht zusammenpassen.
Manche älteren Listen nennen noch Länder, die ihre Sperren schon vor Jahren aufgehoben haben.
Anderswo sperren einige Länder einzelne Apps statt Internet-Telefonie insgesamt. Vietnam ordnete im Mai 2025 eine Telegram-Sperre an; die Anordnung betraf nur Telegram. Im Sudan wiederum hat die Regulierungsbehörde WhatsApp-Sprach- und Videoanrufe ab dem 25. Juli 2025 bis auf Weiteres eingeschränkt, Nachrichten funktionieren aber weiterhin.
Manchmal. Es lohnt sich aber zu verstehen, warum, statt sich darauf zu verlassen.
Wenn dein Handy roamt, gehen seine Daten meist nicht im besuchten Land ins Internet. Beim häufigsten Modell, dem Home Routing, tunnelt das besuchte Netz deinen Datenverkehr zurück zu einem Gateway deines Heimanbieters oder eines Partners, und Local Breakout ist noch selten. Eine Studie von 2024 zu einem großen Anbieter von Reise-eSIMs ergab, dass dessen Datenverkehr oft über ein Gateway in einem dritten Land ins Internet geht, also weder in dem Land, in dem du bist, noch im Heimatland des ausgebenden Netzbetreibers. Sperren, die innerhalb des besuchten Landes greifen, wie die Anrufsperre der VAE oder Chinas Firewall, erreichen Roaming-Verkehr, der anderswo ins Internet geht, oft nicht. Leitet ein Tarif den Verkehr dagegen lokal ins Internet, gilt auch die lokale Sperre.
Garantiert ist das aber nicht. Es hängt davon ab, wo der Verkehr des jeweiligen Tarifs das Netz verlässt, und das ist je nach Anbieter verschieden und kann sich ändern. Wir können nicht versprechen, dass irgendeine eSIM, auch unsere nicht, WhatsApp-Anrufe in einem Land überträgt, das sie sperrt. Kauf keinen Tarif aus diesem Grund und halte dich an die lokalen Regeln für Telefonie-Apps.
Nicht in den lokalen Netzen: WhatsApp-Sprach- und Videoanrufe sind in den VAE gesperrt, ebenso Anrufe über FaceTime und Viber. WhatsApp-Nachrichten und Sprachnachrichten funktionieren. Zum Telefonieren nimmst du eine zugelassene App wie Botim, Microsoft Teams, Zoom oder Google Meet.
Nein. WhatsApp ist in Festlandchina gesperrt, Nachrichten eingeschlossen, ebenso Google, Telegram und Signal. Installiere WeChat vor der Reise und richte es ein, solange du noch uneingeschränktes Internet hast.
Nein. Russland hat WhatsApp-Anrufe im August 2025 eingeschränkt und im Februar 2026 die ganze App gesperrt. FaceTime-Anrufe sind seit Dezember 2025 gesperrt. Normale Anrufe und SMS funktionieren weiterhin.
Manchmal. Internet-Telefonie ist in Ägypten seit Jahren eingeschränkt, aber WhatsApp-Anrufe klappen in manchen Netzen und zu manchen Zeiten. Teste es also nach der Ankunft. Nachrichten funktionieren normal.
Oft nicht. Saudi-Arabien hat sein Verbot von Internet-Telefonie 2017 für Apps aufgehoben, die seine Vorgaben erfüllen, und FaceTime funktioniert. WhatsApp-Anrufe wurden aber noch 2025 als gesperrt gemeldet. Nachrichten funktionieren, teste Anrufe also nach der Ankunft und halte FaceTime oder eine andere zugelassene App als Ausweichlösung bereit.
Dafür nicht. VPNs sind nicht pauschal verboten, aber wer damit gesperrte Dienste wie WhatsApp-Anrufe nutzt, begeht einen Rechtsverstoß, und die Geldstrafen können bis zu 2 Millionen AED betragen. Nimm stattdessen eine der zugelassenen Telefonie-Apps.
Möglicherweise, aber verlass dich nicht darauf. Roaming-Daten gehen oft außerhalb des besuchten Landes ins Internet, sodass lokale Sperren womöglich nicht greifen, aber das hängt vom Tarif ab. Kauf keinen Tarif aus diesem Grund und halte dich an die lokalen Regeln für Telefonie-Apps.
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