
In den meisten. Die GSMA zählte 2021 157 Länder mit Ausweispflicht für Prepaid-SIMs, und 2026 haben Vietnam, Indonesien und Malaysia sie an dein Gesicht gekoppelt. Diese Regeln gelten für SIMs lokaler Anbieter. Eine vor dem Abflug gekaufte Reise-eSIM roamt in einem Partnernetz und fällt nicht darunter, Mexiko plant allerdings Regeln fürs Roaming.
Wer in weiten Teilen Asiens, Afrikas oder Lateinamerikas an einen Handyschalter tritt, wird zuerst nach dem Reisepass gefragt. Das ist seit zehn Jahren so. Neu ist 2026, was danach kommt: eine Kamera, eine Lebenderkennung und in Vietnam eine zweite Prüfung, sobald die SIM in ein anderes Handy wandert.
Registrierung ist die Regel, nicht die Ausnahme. In ihrer Erhebung von 2021 stellte die GSMA, der Branchenverband der Mobilfunker, fest, dass die Regierungen von 157 Ländern die Registrierung von Prepaid-SIMs vorschreiben; ein Jahr zuvor waren es 155. Eine neuere Zählung der GSMA haben wir nicht gefunden, nimm die Zahl also als Untergrenze.
| Land | Was du als Besucher für eine lokale SIM brauchst | Seit | Quelle |
|---|---|---|---|
| Vietnam | Reisepass und Gesichtsabgleich, erneut, wenn die SIM das Handy wechselt | 15. April 2026 | Rundschreiben 08/2026/TT-BKHCN |
| Thailand | Originalpass und Live-Gesichtsscan | 2025 | Regeln der NBTC |
| Indonesien | Reisepass, Gesichtserkennung, registrierte IMEI des Handys | 1. Juli 2026 | Komdigi-Verordnung 7/2026 |
| Malaysia | Originalpass, biometrische Live-Prüfung, zwei SIMs pro Anbieter | 26. August 2026 | AGB von CelcomDigi |
| Philippinen | Reisepass, Adresse vor Ort, Weiterreiseticket; Anschluss endet nach 30 Tagen | 2022 | Republic Act 11934 |
| Singapur | Reisepass; Registrierung gilt 30 Tage | Seit Langem | IMDA, Singtel |
| Taiwan | Reisepass plus ein zweites Ausweisdokument | Seit Langem | Taiwan Mobile |
| Mexiko | Passnummer muss verknüpft sein, bevor der Anschluss funktioniert | 9. Januar 2026 | Leitlinien der CRT |
| Japan | Nichts für reine Daten-SIMs; Reisepass für Sprachtarife | Prüfung für Daten bis Mai 2027 | MIC |
| Deutschland | Pass- oder Ausweisprüfung vor der Aktivierung | 2017 | Telekommunikationsgesetz, § 172 |
| Großbritannien, USA | Nichts | Keine Pflicht | GSMA |
Vier dieser Zeilen haben sich allein 2026 geändert. Das Thema des Jahres sind also nicht mehr Länder, sondern strengere Prüfungen dort, wo es schon welche gab.
Registrieren hieß früher, dass jemand am Schalter die Datenseite deines Passes abfotografiert. Die neuen Regeln verlangen einen Live-Abgleich mit deinem Gesicht, meist samt Lebenderkennung: Du blinzelst oder drehst den Kopf, damit ein ausgedrucktes Foto nicht durchgeht.
Indonesien hat die Gesichtserkennung ab dem 1. Juli 2026 für jede neue Mobilfunknummer zur Pflicht gemacht, so die Mitteilung des Ministeriums. Telkomsel schreibt, dass die Daten ausländischer Kunden vor der Freischaltung geprüft werden müssen, verrät aber nicht, wie der Gesichtsabgleich mit einem Reisepass abläuft. Plane also Zeit ein.
Malaysia zog am 26. August 2026 nach. Die AGB von CelcomDigi verlangen jetzt bei jeder neuen Prepaid-Registrierung eine biometrische Live-Prüfung, von allen ohne malaysische MyKad einen Originalausweis und für sie eine Obergrenze von zwei SIMs. Den Rest erklärt unser Malaysia-Ratgeber.
Thailand war schon vorher so weit, mit Live-Gesichtsprüfung nach NBTC-Regeln seit 2025; Details stehen im Thailand-Ratgeber. Tarife für alle drei findest du auf den Seiten für Indonesien, Malaysia und Thailand.
Vietnam geht noch einen Schritt weiter, und diese Regel erwischt Reisende am ehesten mitten auf dem Trip. Das Rundschreiben 08/2026/TT-BKHCN gilt seit dem 15. April 2026 und verlangt, dass jeder Anschluss, auch ein per Reisepass registrierter, dem Gesicht seines Inhabers zugeordnet ist.
Sein Artikel 8 greift seit dem 15. Juni 2026. Stellt ein Anbieter fest, dass eine SIM in ein anderes Gerät gewandert ist, muss er binnen zwei Stunden abgehende Anrufe und SMS sperren, bis sich der Inhaber neu verifiziert, wie das Nachrichtenportal der Regierung erklärt. Eingehende Anrufe, SMS und Daten laufen weiter, und nach 30 Tagen ohne neue Prüfung ist der Anschluss in beide Richtungen tot.
Das zählt an dem Tag, an dem dein Handy den Geist aufgibt, geklaut wird oder im Meer landet. Steckst du die vietnamesische SIM in ein geliehenes Handy, ist die abgehende Hälfte des Anschlusses nach spätestens zwei Stunden stumm. Mach den Gesichtsabgleich in der App des Anbieters also sofort neu.
Eine Reise-eSIM ist kein vietnamesischer Teilnehmeranschluss, Artikel 8 greift bei ihr also nicht. Sie umzuziehen ist eine eigene Frage, und die beantwortet wie du deine eSIM auf ein neues Handy überträgst. Tarife stehen auf der Länderseite Vietnam.
In Mexiko hat sich dieses Jahr am meisten getan, und es ist das einzige Land, in dessen Kleingedrucktem das Roaming auftaucht. Die Regulierungsbehörde CRT hat ihre Leitlinien zur Identifizierung von Anschlüssen am 9. Dezember 2025 veröffentlicht, und seit dem 9. Januar 2026 wird jeder Mobilfunkanschluss einem namentlich bekannten Inhaber zugeordnet.
Für Besucher zählt Artikel 12. Jede in Mexiko verkaufte SIM oder eSIM erreicht nur Notrufnummern und die Hotline des Anbieters, bis sie verknüpft ist, und laut Artikel 20 genügt Ausländern der Reisepass als Ausweis. Für bestehende Anschlüsse gilt eine Frist je nach Endziffer der Nummer, gestaffelt von August bis Dezember 2026.
Und dann ist da die Klausel, die den meisten Reisetipps entgangen ist. Laut dem neunten Übergangsartikel legt die CRT nach der Fußball-WM 2026 fest, wie Anschlüsse im internationalen Roaming in Mexiko zu verknüpfen sind. Das Turnier endete im Juli, und bis zum 25. September 2026 haben wir kein veröffentlichtes Verfahren gefunden.
Am 14. September 2026 stellte die CRT gegenüber Einwohnern außerdem klar, dass ausländische eSIMs kein Schlupfloch sind, denn Großhandelsverträge verbieten dauerhaftes Roaming. Eine vor dem Abflug gekaufte Reise-eSIM verbindet sich in Mexiko heute also ohne Verknüpfung, aber genau hier solltest du vor der nächsten Reise noch einmal nachsehen.
Jedes dieser Gesetze ist für die Anbieter des eigenen Landes geschrieben. Der philippinische SIM Registration Act bindet philippinische Anbieter, und das Wort Roaming kommt darin gar nicht vor, wie unser Philippinen-Ratgeber erklärt.
Am deutlichsten wird Japans Telekommunikationsministerium. In seinen Fragen und Antworten zum Ausweisgesetz für Mobilfunk steht, dass eine SIM eines ausländischen Anbieters nicht erfasst ist, solange sie nicht von einem japanischen Anbieter stammt, auch wenn sie in Japan per Roaming läuft. Dasselbe Dokument erklärt japanischen Anbietern, wie sie Ausländer prüfen, die ihre SIM aus dem Ausland bestellen.
Die Faustregel: Über die Registrierung entscheidet, wer die SIM ausgibt, nicht wo du sie gekauft hast und ob sie aus Plastik ist. Eine SIM oder eSIM von einem Anbieter im Reiseland fällt unter dessen Recht. Eine anderswo ausgegebene Reise-eSIM bucht sich wie deine Heim-SIM als Roaming-Gast ein, es gibt also keinen lokalen Anbieter, bei dem du dich registrieren müsstest.
Deshalb braucht eine reine Daten-Reise-eSIM an der Kasse nichts als eine E-Mail-Adresse. Und deshalb gibt sie dir auch keine lokale Telefonnummer: Sie ist die Datenverbindung eines Besuchers, kein lokaler Anschluss.
„eSIMs sind von der Registrierung ausgenommen“ stimmt als Pauschalregel nicht. Vier Fälle widerlegen es.
Brauchst du eine lokale Nummer für ein Wallet, eine Bank oder einen Vermieter, der nur per SMS schreibt, ist die Registrierung der Eintrittspreis. Mit den richtigen Unterlagen bleibt es eine Sache von zehn Minuten.
Der Anbieter speichert sie, meist weil das Gesetz es so will. Mexikos Leitlinien zählen auf, was ein Anbieter bei Ausländern festhält: Name, Herkunftsland, Passnummer und Telefonnummer. Wo Gesichtsprüfungen gelten, wird dein Bild mit staatlichen Registern abgeglichen.
Wie gut das geschützt ist, schwankt. Dieselbe GSMA-Erhebung von 2021 ergab, dass 37 Prozent der Länder mit Registrierungspflicht gar keine oder keine ausreichenden Datenschutzgesetze hatten. Gib den Pass für den Scan aus der Hand, schau zu, was kopiert wird, und nimm ihn wieder an dich.
Nicht, wo das Gesicht geprüft wird, und das ist inzwischen fast ganz Südostasien: Wer im Pass steht, muss selbst da sein. Wo nur das Dokument zählt, kann deine Begleitung einen Anschluss auf den eigenen Pass kaufen, rechtlich gehört er dann aber ihr und zählt gegen ihr Limit.
Finger weg von vorregistrierten SIMs vom Straßenhändler. In Vietnam telefoniert ein auf jemand anderen registrierter Anschluss nicht mehr, sobald er zum ersten Mal in ein neues Handy wandert, denn eine Prüfung mit dem Gesicht einer fremden Person bestehst du nicht.
Die Reise-eSIM, und zwar um eine ganze Warteschlange. Zu Hause installiert, verbindet sie sich, sobald du den Flugmodus ausschaltest. Eine lokale SIM heißt: Schalter suchen, hinter dem letzten Flieger anstehen, Pass abgeben und 2026 obendrein still vor der Kamera stehen.
Die lokale SIM punktet weiterhin mit der lokalen Nummer und oft beim Preis pro Gigabyte. eSIM, lokale SIM oder Roaming 2026 wägt das mit echten Anbieterpreisen ab.
In weniger Ländern, als du denkst. Die GSMA nennt Großbritannien, die USA und Tschechien als Staaten, die sich gegen eine Registrierungspflicht entschieden haben und in denen sich eine Prepaid-SIM schon durch den Kauf von Guthaben aktivieren lässt.
Japan zählt vorerst dazu: Eine reine Daten-SIM braucht keinen Ausweis, bis die Gesetzesänderung spätestens im Mai 2027 greift, wie der Japan-Ratgeber verfolgt. Europa ist gemischt. Deutschland verlangt seit 2017 für jede Prepaid-SIM eine Ausweisprüfung, geh also nie davon aus, dass eine europäische SIM ein Barkauf ist.
Reise-eSIM-Tarife ansehen →Nicht, wenn sie außerhalb des Reiselands ausgegeben wurde. Registrierungsgesetze binden lokale Anbieter, und eine Reise-eSIM bucht sich als Roaming-Gast ein, an der Kasse reicht also eine E-Mail-Adresse. Anders ist es bei der Touristen-eSIM eines lokalen Anbieters: Sie ist ein lokaler Anschluss.
Stand September 2026: in Thailand seit 2025, in Vietnam seit dem 15. April 2026, in Indonesien für jede neue Nummer seit dem 1. Juli 2026 und in Malaysia für neue Prepaid-Anschlüsse seit dem 26. August 2026. Der Scan wird mit deinem Reisepass abgeglichen.
Seit dem 15. Juni 2026 hat der Anbieter zwei Stunden, um abgehende Anrufe und SMS zu sperren, bis du dein Gesicht in seiner App oder im Laden neu verifizierst. Eingehende Anrufe, SMS und Daten laufen weiter. Nach 30 Tagen ohne neue Prüfung ist der Anschluss in beide Richtungen tot.
Eine mexikanische SIM oder eSIM schon: Sie erreicht nur Notrufnummern, bis sie mit deinem Reisepass verknüpft ist. Roaming-Anschlüsse sind noch nicht erfasst. Die CRT will nach der WM 2026 ein Verfahren dafür festlegen, und bis zum 25. September 2026 ist keines veröffentlicht.
Nur, wo es keine Gesichtsprüfung gibt, und rechtlich gehört der Anschluss dann ihr. In Thailand, Vietnam, Indonesien und Malaysia muss die Person, die im Pass steht, für den Scan selbst da sein.
Die GSMA nennt Großbritannien, die USA und Tschechien als Länder, die sich gegen eine Registrierungspflicht entschieden haben. Japan verkauft reine Daten-SIMs ohne Ausweis, bis sein geändertes Gesetz spätestens im Mai 2027 greift. Die meisten anderen beliebten Reiseziele wollen inzwischen einen Reisepass sehen.
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